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Die inszenierte Befriedigung

Ein Werbeclip (Commercial) ist aus filmwissenschaftlicher Sicht eine Mogelpackung, bei der objektive Sachargumente durch subjektive soziale Werte ersetzt werden. Getarnt als Infoclip wechselt der Werbefilm nach der Präsentation des Produktes sofort in die Ebene des Verbrauchers, um die Facetten der Befriedigung des Konsumenten zu zelebrieren. „Vorher war ich schlecht, aber jetzt erfahre ich Anerkennung durch das neue Produkt!“ heißt die versteckte Botschaft, welche nicht nur bei Personenkreisen mit mangelndem Selbstbewusstsein Wirkung zeigt.

 
Ist der neue VW Polo wirklich so schlecht, dass wir nichts über ihn erfahren dürfen?

Die Rolle von Commercials wird seit Jahren auch in der Branche selbst von der Debatte begleitet, welchen Sinn es hat, über das gesunde Maß hinaus  ständig neue Kundenbedürfnisse zu erfinden? Welchen Sinn macht es, qualitativ hochwertige, aktuelle Produkte durch Substitute zu ersetzen? Ist Profit wirklich wichtiger als das langfristige Image eines Unternehmens? Gibt es Grenzen des globalen Wachstums und wie sollten Unternehmen darauf reagieren? Lesen Sie dazu einen Beitrag von Zygmunt Bauman (Soziologe) aus der Süddeutschen Zeitung.